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BHV Hundeführerschein

Die Idee den BHV Hundeführerschein zu machen hatte ich schon länger, ist er doch in z.B Niedersachsen als Sachkundenachweis schon Pflicht. Auch Hessen überlegt, ihn einzuführen. Es dauerte allerdings eine Weile, bis ich eine Hundeschule fand, bei der ich mit Faye einen Kurs und die Prüfung dazu ablegen konnte.

Wie schön, daß sich Arne mit seiner Hundeschule „Die Rudelberater“ offen zeigte und sich auf meine Nachfrage bei seinen Teams nach Interesse an einem Kurs erkundigte. Sechs Teams nahmen dann die Herausforderung an und so trafen wir uns erst mal zur einführenden Theorie bei Arne und seiner Familie zu Hause.

In den weiteren Wochen folgten praktische Stunden auf dem Hundeplatz, in angrenzenden Gebieten im Freien und als Highlight zwei Treffen in der City. Dort gab es dann wirklich alles an Ablenkung. Von Schwänen, Gänsen, Krähen, Tauben in den Parkanlagen über andere Hunde, Menschen verschiedenster Art, Treppen steigen, luftige Gitter erklimmen, Aufzug fahren und Innenstadtleben mit allem was dazu gehört inclusive Restaurantbesuch. Das alles sollte dann bis zur Prüfung so aussehen, dass sich niemand in der Öffentlichkeit belästigt oder bedroht fühlt. Rücksichtsvolles Verhalten und ein gutes Team bilden, darauf wurde am meisten Wert gelegt.

Die Prüfung selbst beinhaltet dann vier Teile:

Theorie: Aus einem Fragenkatalog von ca 160 Fragen mussten 40 nach Multiple Choise Verfahren mit meist mehreren richtigen Antworten beantwortet werden. Hatte man mit mindestens 80%  bestanden, bekam man die Zulassung zu den praktischen Teilen der Prüfung.

Praktischer Teil auf ablenkungsarmen Gelände: Hier wurde erst mal das Aussteigen aus dem Auto gecheckt und die Chipnummer kontrolliert. Auf dem Platz wurden diverse Gehorsamsprüfungen verlangt. Leinenführigkeit, Rückruf, Ausgabe von Spielzeug auf Befehl, Kontrolle von Ohren/Zähnen/Pfoten, einen Fixiergriff zeigen für z.B. Besuche beim Tierarzt. Wer die Stufe 2 des HFS gemeldet hatte, musste zusätzlich die einzelnen Teile ohne Leine zeigen. Größere Herausforderungen zeigten sich beim Abbruchsignal und auch das Maulkorbtraining war schon etwas, wofür wir wirklich üben mussten. – Jetzt können wir jedenfalls auch ohne Probleme mit dem Zug fahren und Faye ist nicht ängstlich, wenn es beim Tierarzt evtl. bei großen Schmerzen doch mal dazu kommen müsste, daß dort ein „Krönchen“ gebraucht wird, wie Arne den Maukorb immer nennt  🙂 .

Praktischer Teil in einem Hundeauslaufgebiet oder ähnlichem: Gleiche Aufgabenstellung wie auch auf ablenkungsarmen Gelände. Zusätzlich wurden Hundebegegnungen, Fahrräder, Menschen mit „komischen Bewegungen“, Kinderwagen, Begrüßung durch andere Menschen abgefragt. Besonderes Highlight war die Pferdebegegnung, die Arne für uns vorbereitet hatte. Auch hier wurde wieder für die Stufe 2 zusätzlich alles ohne Leine gezeigt.

Praktischer Teil im innerstädtischen Bereich: Wir besuchten ein ganz nettes Cafe und tranken dort mitsamt Prüfer jeder etwas Leckers. Später ging es in eine Tankstelle, wo wir uns mit unserem Hund in den Regalen umsahen. Außerdem durften die Hunde an einem Würstchenstand standhaft „nichts tun“!! Keine Würstchen klauen oder vom Boden die interessanten Reste aufnehmen oder Leute anschnüffeln. Das Abbruchsignal zu zeigen war natürlich auch hier wieder ein wichtiger Punkt auf der Liste des Prüfers.

Alle Teams konnten die jeweils gemeldeten Prüfungsstufen bestehen 🙂      

              

Ganz herzlichen Dank an den Prüfer Herrn Reinhard Seib, alle freiwilligen Helfer mit und ohne Hunde, Fahrradfahrer, Krückenläufer, Begrüßungsmenschen, Kinderwagenschieber und Daumendrücker. Natürlich auch an Arne, der das Abenteuer mit uns gewagt hat, erstmalig den Hundeführerschein in seiner Hundeschule anzubieten. Ich denke, dies war nicht sein letzter Kurs zum Hundeführerschein.

Eileen hat sich den Tag freigehalten um mich zu begleiten und hat Fotos gemacht. -Immer wieder schöne Erinnerungen. Danke!!

Dreamteam:   

Bruno und die Mädels Leni und Faye

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BLP oder „Der letzte Mohikaner“

*Egal wie viel Pläne wir schmieden oder Schritte wir befolgen, wir wissen nie, wie der Tag ausgehen wird. Und plötzlich
nimmt dann einiges eine überraschende Wendung. Durch einen Zufall entwickeln sich die Dinge anders,
als man es gedacht hätte und das ist entweder schön oder braucht eine gewisse Eingewöhnungs-
phase. Und dann geht man abends schlafen und denkt an den morgigen Tag.
Man geht seine Pläne durch, bereitet seine Liste vor und hofft darauf,
dass die Zufälle, die einem zustoßen, glücklicher Natur sind.*
(Auszug aus Grey´s Anatomy)

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Für dieses Jahr sollte wieder eine jagdliche Prüfung, die BringLeistungsPrüfung anstehen.
Folgende Fächer werden dabei in den 4 Fachgruppen: Waldarbeit – Wasserarbeit – Feldarbeit – Gehorsam/Arbeitsfreude/Führigkeit/Nasengebrauch geprüft:

• Schussfestigkeit und Hereinkommen auf Pfiff
• Freie Verlorensuche mit 2 Stück Haarwild und 1 Stück Federwild im Wald
• 300m Haarwildschleppe
• Verhalten auf dem Stand (Treiben in einer Dickung mit Schüssen- der Hund muss dabei ruhig sitzen bleiben)
• Leinenführigkeit
• Folgen frei bei Fuß mit Ablegen(aus Sicht des Hundes entfernen- dann 2 Schrotschüsse abgeben- der Hund muss auf dem Platz bleiben, bis er wieder abgeholt wird)
• 200m Federwildschleppe auf dem Feld
• Standruhe und Merken (Walk Up mit einer Markierung )
• Einweisen auf 2 Stück Federwild in höherem Bewuchs
• Schussfestigkeit am Wasser (während der Hund auf eine erlegte Ente zuschwimmt, wird ein Schrotschuss abgegeben)
• Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer (aus zB. einer Schilffläche muss über eine freie Wasserfläche eine erlegte Ente aus der Dickung gebracht werden. Man weiß nur die ungefähre Richtung, in die der Hund geschickt werden muss)
• Bringen der einzelnen Stücke

Am 01. November 2014 war es soweit, ich startete mit Faye zur BLP im Raum Fritzlar. Doch sollte dieser Tag so ganz anders werden, als ich ihn mir je hätte vorstellen können.
In Traute Burose hatten wir trotz des unvorhergesehenen Verlaufs der Prüfung eine überaus faire Prüfungsleiterin, die mit Fr. Schäffer und Fr. Steinhage diesen Tag richtete.
Fünf Gespanne waren für diesen Samstag gemeldet, von denen ein Hund nicht antreten konnte, da er sich verletzt hatte. So starteten wir also zu viert. Wir hatten zusammen trainiert und drückten uns nun gegenseitig die Daumen.
Der Nebel lag noch über dem Gelände, die Temperaturen für den ersten Tag im November waren mild und die vier Hunde wollten arbeiten.
Schon bei der ersten Aufgabe musste zu unserem großen Leidwesen ein Gespann ausscheiden. Doch alle waren ziemlich entsetzt, als auch bei der zweiten Aufgabe ein Team scheiterte.
Nun waren wir also nur noch zu zweit und meiner Anspannung half das nicht unbedingt.

Faye arbeitete unsere sicheren Fächer mit viel Arbeitsfreude. Es war so schön zu sehen, wie sie mir in Windeseile und leuchtenden Augen die gefundenen Stücke brachte. Die Sonne brach langsam durch den Nebel und ein wunderschöner Herbsttag begleitete uns jetzt.
Bei meinen Zitterfächern allerdings traf ich nicht immer die richtige Entscheidung, um Faye zum Erfolg zu bringen. Trotzdem hatte ich Glück, kam mit einem blauen Auge und Punkteabzug davon und Faye mit den Stücken zurück.
Und trotz einiger Trainingsschwachstellen, die bei Prüfungen besonders transparent werden, konnte ich den Tag über sehen, daß Faye sich dieses Jahr sehr schön weiter entwickelt hat und mir immer häufiger in für sie schwierigen Situationen vertraut. Das ließ mein Herz wieder einmal weich werden für meine kleine Herzensbrecherin <3.

Nach der Mittagspause fuhren wir dann an eine Stelle der alten Schwalm, um noch die Wasseraufgaben zu lösen.
Doch hier musste nicht nur ich die Worte der Richterin zweimal hören, als sie den Umstehenden nach der Arbeit des dritten Teams mitteilen musste, daß auch diese beiden die Prüfung nicht bestanden hatten.

Nun blieb ich als Einzige mit Faye übrig. -Was für eine Prüfung!
Leider gehörten ausgerechnet diese Aufgaben zu meinen schlaflosen Nächten. Es fiel mir schwer meine Gedanken davon zu lösen, mich spätestens jetzt meinen vom Pech verfolgten Mitstreitern anzuschließen.
Wie Schade! Ausgerechnet bei der letzten Aufgabe. Dabei waren wir so weit gekommen und das Glück hatte uns diesen Tag bisher wirklich verfolgt.
Gute Wünsche begleiteten uns auch dieses Mal von den anderen Teilnehmern, obwohl ich nun als“ letzter Mohikaner“ zur Wasseraufgabe ging.
Erst als ich Faye mit der letzten Ente zurückkommen sah, kamen die Befehle meines Körpers wieder bei mir an, die Atmung einzuschalten. Konnte es wirklich sein, daß wir jetzt auch noch diese Hürde gemeistert hatten?
Die letzte Ausgabe in meine Hand – und die Prüfung war bestanden.
Ich konnte es nicht fassen!!! Wir hatten es wirklich geschafft!
_______

Es ist ein merkwürdiges und unbekanntes Gefühl: Erleichterung und Freude mischen sich mit Traurigkeit darüber, dass es alle anderen nicht geschafft haben. – Zusammen trainiert und auf diesen Tag hingearbeitet und als Einzige bestanden. Und auch die Prüfungsleiterin suchte beim anschließenden Abschluss im Suchenlokal die richtigen Worte für diesen ungewöhnlichen Ausgang des Tages.

Ein riesen Dank an alle, die mir auf dem Weg zu dieser Prüfung auf verschiedene Weise geholfen haben, mit mir trainiert und gerade auch an diesem Tag zu diesem Erfolg beigetragen haben. Danke auch an Henrik und Dörthe zur Bereitstellung der Reviere, an Kristina für alle Arbeit als Sonderleiterin und an Heike für die gute Verpflegung den Tag über. Es steckt erheblich mehr Arbeit in den Vorbereitungen einer jagdlich ausgeschriebenen Prüfung, als mir bewusst war. Das weiß ich seit heute zu schätzen.

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Fayes Formwertbeurteilung

Am Donnerstag den 1. Mai war ich mit Faye beim Formwert in Fuldabrück.
Von der Richterin Frau Hassi Assenmacher-Feyel bekam sie eine schöne
Gesamtbeurteilung:
Gute Größe; femininer Kopf; ausdrucksvoll; dunkle Augen; guter Stop; gut getragener Behang. Sehr gut gebaut mit korrekten Linien und Winkelungen. Gute Bewegung.
Ohne weitere Einschränkungen hat Faye die Formwertbeurteilung mit „Sehr gut“ bestanden. 🙂

 

JP/R Wipperfürth

Nach einigen Anläufen um einen Prüfungsplatz zu ergattern, verschiedenen Trainingseinheiten, aufgetautem und wieder eingefrorenem Wild, Stahlpatronenkauf  für die Wasserarbeit  u.s.w. war es am 28.September endlich soweit.

Ausgestattet mit vielen guten Wünschen von lieben Freunden und allem anderen was noch so dazugehört, starteten wir  zu unserer ersten gemeinsamen Prüfung. Ich war total gespannt, wie wir zwei so eine neue Situation meistern.

Alle hatten ohne große Schwierigkeiten zum Treffpunkt gefunden und ich freute mich, dort gleich zwei bekannte Gesichter zu sehen. Morgens kälter als gedacht waren wir froh über den Zwiebellook, mit dem wir ausgestattet waren und 6 Gespanne warteten nervös auf Prüfungsleiterin und Richter.

Nach der Begrüßung und Überprüfung aller Unterlagen ging es ins Revier, wo zu meiner Begeisterung, die letzte Startnummer zugewiesen zu bekommen, auch noch gleich mit der Wasseraufgabe angefangen wurde. Als auf dem Teich auch noch eine Fontaine fröhlich die Natur erfreute, sank meine Stimmung endgültig.

Hier wie bei allen anderen Aufgaben wollte Faye lieber arbeiten als lange warten, doch gelang es mir den Tag über, sie immer wieder in den grünen Bereich zu bekommen.

Das Stück fiel nach Schuss; Faye nahm das seichte Gewässer ohne zögern an und brachte mir die Ente mit einer großen Selbstverständlichkeit. – Ich war sprachlos! Nun löste sich auch für mich der Knoten und ich konnte den ganzen Tag die Worte meiner Freundin umsetzen: „Ich hoffe, du kannst dich entspannen und einfach nur genießen, wie schön Faye arbeitet“

Danach ging es in die Suche. Dort lernte ich gleich eine Lektion. Ich achtete nicht weiter darauf, daß Faye zusehen konnte, wie für die Hündin vor ihr ein Kaninchen in die Suche  geworfen wurde. Das sollte mir noch eine Lehre werden. Faye arbeitete  zwei Stück Haarwild und eine Ente zügig und trug mir freudig zu. Die Taube allerdings wollte sich nicht finden lassen. Faye zeigte viel Finderwillen, weitete aber ihr Gebiet aus und erinnerte sich jetzt daran, daß doch vor einiger Zeit mal ein Kaninchen ausgeworfen wurde. Nun musste ich sie mehrfach aus diesem  anderen Suchengebiet zurückholen, was sie aber immer wieder von mir annahm, zurückkehrte und weitersuchte. Nach für mich endloser Zeit fing Faye dann auch an zu fragen und ich wollte schon abbrechen, da beorderte mich die Richterin auf eine gewisse Stelle im Suchengebiet. Dort sollte ich sie noch einmal schicken. Dies tat ich dann auch mit möglichst wenig Nachdruck, da Faye in der Nähe suchen sollte. Wieder kam sie nicht zum Stück, wieder machte sie einen weiten Bogen und ich merkte bei mir, wie ich die Aufgabe innerlich abhakte.

Ich kann die Gefühle gar nicht beschreiben, als Faye dann plötzlich an einem ganz anderen Ende des Suchengebietes mit der Taube auftauchte! Im Training hätte ich einen Freudentanz vollführt, den ich mir an dieser Stelle aber  dann doch verkniffen habe!

Nach einem Lunch aus dem Rucksack ging es dann zur Schleppe. Alle waren noch dabei und es gab immer wieder angeregte Gespräche untereinander.Im Laufe des Tages stellten wir noch zufällig fest, daß unsere Truppe nur aus Hündinnen, ausschließlich geführt von Frauen bestand und die Hunde fast gleich alt waren. Als wir starten sollten, wurde ich wieder auf die Probe gestellt. Vom Kopf her weiß ich, daß der Hund bei Seitenwind versetzt zur Schleppe läuft. Erst einmal hatte ich gesehen, wie das bei stärkerem Seitenwind aussieht. .. Diese Situation hatte ich im Kopf schon mehrfach durchgespielt und zahlte sich jetzt aus. Wir hatten Seitenwind- und was für einen… Der Richter zeigte mir die Richtung an: schnurgerade nach vorne würde die Schlepprichtung verlaufen. Wie immer besah sich Faye (in meinen Augen) kaum den Anschuß frei nach dem Motto : „Frauchen mach nicht so einen Umstand, ich weiß schon, was ich machen soll.“

„ Faye, Schleppe“ und sie schoß in einem 45Grad Winkel nach rechts über die Kuppe, mir blieb wie erwartet das Herz stehen. Ich dachte nur noch: lauf wohin auch immer- ändern kann ich jetzt eh nichts…

Kaum hatte ich mich auf  eine Wartezeit eingestellt,  kam sie auch schon wieder mit dem Stück über die Kuppe zurück. Ich hab mich soo gefreut.

Als nächstes Fach war noch Merken im Feld angesagt. Unangeleint saß sie neben mir und sah mich an, bevor ich sie schickte.Sie markierte auf den Punkt, doch leider fiel ihr die Ente einen Meter vor mir aus dem Maul und sie hatte etwas Mühe, das widerspenstige Ding dann doch noch aufzunehmen.

Daraufhin konnte ich gleich zur Feststellung der Schußfestigkeit und Führigkeit bleiben. Mit Herrn Schäfer gingen wir über die Wiese und Faye sollte einfach laufen. 2 Schüsse innerhalb 20 Sek brachte sie schön zum innehalten und schauen, was denn da fällt. Die von uns vorgegebenen Richtungsänderungen nahm sie an und so war ich die Erste die wußte, daß sie bestanden hatte.

Das es dann gleich 260 Punkte sein würden hatte ich nicht erwartet.   Liebe Krissi: Das tolle Ergebnis geht auf dein Konto!

Für mich hat sich gezeigt, daß sowohl Faye als auch ich heute die Dinge abrufen konnten, die wir aufgebaut hatten, was sich heute für mich besonders bei der Suche und im Umgang mit der Wartezeit vor den jeweiligen Aufgaben zeigte. Wir waren ein gutes Team und ich bin stolz auf meine Kleine.

Good girl, well done!